Grohmann, Schmidt und Partner Rechtsanwälte

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Viele Offene Immobilienfonds geschlossen

Meldung vom 3.2.2011

Offene Immobilienfonds investieren das Geld ihrer Anleger in Gebäude und Grundstücke, vor allem in Gewerbeimmobilien. Auf diese Weise sind die Anleger an den Mieteinnahmen beteiligt. Bei vielen Anlageberatern galten offene Immobilienfonds bisher als vergleichsweise sichere Geldanlage. Denn jeder Anleger kann seinen Anteil am Immobilienfonds grundsätzlich gegen Rückzahlung des aktuellen Wertes seiner Beteiligung zurückgeben. Der Rücknahmepreis bemisst sich in diesem Fall nach dem tatsächlichen Wert des Immobilienfondsvermögens.

Derzeit haben viele offene Immobilienfonds diese Rücknahme der Anteile vorübergehend ausgesetzt, d.h. diese Immobilienfonds wurden geschlossen. Dazu gehören folgende Fonds (Stand 1/2010):

 

  • Premium Management Immobilien-Anlagen
  • DEGI International
  • Axa Immoselect
  • UBS (D) 3 Sector Real Estate Europe
  • SEB ImmoInvest
  • CS Euroreal A EUR
  • Kanam Grundinvest

Diese Schließung der Immobilienfonds ist in bestimmten Fällen gesetzlich vorgeschrieben. Wenn viele Anleger gleichzeitig ihre Anteile zurückgeben möchten, kann dies die Kapitalanlagegesellschaft in Liquiditätsschwierigkeiten bringen. Die Schließung des Fonds soll sie davor schützen, übereilt und unter Wert Immobilien verkaufen zu müssen. Solange ein Fonds geschlossen ist, können die Anleger ihren Fondsanteil nur über die Börse zum Marktpreis verkaufen, der meistens unter dem vorherigen Rücknahmepreis liegt. Die Schließung darf max. zwei Jahre dauern. Anschließend nehmen die Kapitalanlagegesellschaften die Anteile entweder wieder zurück oder der Fonds wird abgewickelt. Folgende Immoblienfonds werden derzeit abgewickelt: Morgan Stanley P2 Value, DEGI Europa und Kanam US-grundinvest.

 

In der Vergangenheit wurden offene Immobilienfonds von manchen Bankberatern als sichere und jederzeit verfügbare Geldanlage empfohlen. Dabei ist ein offener Immobilienfonds nicht mit einem Tagesgeldkonto vergleichbar. Wird ein Immobilienfonds geschlossen, hat der Anleger das Geld nur dann sofort verfügbar, wenn er bei einem Verkauf über die Börse einen Verlust in Kauf nimmt. Wenn sich Anleger falsch beraten fühlen, kann es sich lohnen, Schadenersatzansprüche gegen die beratende Bank zu prüfen.

 

Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit offenen Immobilienfonds oder anderen Wertpapieren verjähren normalerweise in drei Jahren ab Kauf des Anteils, wenn der Kauf bis zum 4. August 2009 erfolgt ist. Bei dieser Verjährung spielt es keine Rolle, ob der Anleger überhaupt schon weiß, dass er falsch beraten wurde. Allerdings gibt es Ausnahmen, z.B. wenn die Bank vorsätzlich über sog. Rückvergütungen, welche sie von der Kapitalanlagegesellschaft erhält, nicht aufgeklärt hat. Die kenntnisunabhängige Verjährung wurde mit Wirkung zum 5. August 2009 abgeschafft. Für Wertpapierkäufe ab diesem Stichtag gilt die allgemeine Verjährung von grundsätzlich drei Jahren ab Kenntnis vom Anspruch.

 

Wir prüfen für Sie zunächst, ob Ansprüche gegen die beratende Bank unter Berücksichtigung der neuesten Rechtsprechung aussichtsreich sind. Falls ja, wenden wir uns an Ihre Bank und melden Ihre Ansprüche an. Sofern erforderlich, vertreten wir Sie auch im Gerichtsverfahren.